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Hochschulring Deutscher Kajakfahrer Kiel e.V.

 

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Home > Aktuelles > Infos > Info 2008

- Die Info-Seite des HDK Kiel aus dem Jahre 2008 -

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Übersetzstelle von der Förde in die Schwentine ist fertig!!

Die Durchfahrt links vom Steg ist mit besenartigen Dingern besetzt, damit die Fische von der Förde in die Schwentine aufsteigen können - und uns Paddlern die Boote nett geputzt werden :-)

Fischtreppe Schwentine

Schwentine Muendung

Behinderungen an der Übersetzstelle in die Schwentine

Während der Umbauarbeiten an der Schwentinemündung in die Kieler Förde ist das Umsetzen für uns Paddler aufwendiger geworden.

 

Im Moment (31. Januar 2008) ist die Aussetzstelle gegenüber des ehemaligen Steges hinter dem Seglerhafen, direkt an der von weitem gut sichtbaren neuen Plattform mit Treppe; rechts im Bild sichtbar.

Schwentine Muendung

Die Umsetzstellen und der Weg quer über die Baustelle sind mit diesen Schildern gekennzeichnet. Der Weg ist mind. 200m lang.

 

Zu den Umbauarbeiten, Plänen und Zielsetzungen schreiben die Kieler Nachrichten folgendes:
Schwentinemündung wird zu Schmuckstück und
Sanierung des Mauerwerks

Schwentine Muendung

Und an diesem lieblichen - allerdings sehr unpraktischen - Örtchen soll wieder auf der Schwentine eingesetzt werden.

Hierzu auf den Webseiten der Klausdorfer Paddler einige bissige Kommentare: www.kanuklausdorf.de...

Der Umbau dauert voraussichtlich bis Mitte des Jahres....

 

Text und Bilder: Doris Maicher


Paddeln im Winter

Langsam aber unaufhaltsam kommen wir in das kalte Paddelhalbjahr. Das bedeutet, nicht nur die Lufttemperatur sinkt, sondern – für und Paddler viel folgenreicher – die Wassertemperatur verläßt die in unseren Gewässern sommerlichen 18°-21° und sinkt bis Januar/Februar/März auf um die 0° an der Wasseroberfläche ab, gelegentlich auch darunter (Eis). Was bedeutet das für uns Paddler? zweier

 

Das Problem ist für uns nicht die Lufttemperatur (die bekommt Mann/Frau ja unmittelbar schon vor dem Lospaddeln mit) sondern die Kälte – und Nässe! – des Wassers bei einer Kenterung. Ein Kentern ist mit zunehmender Erfahrung immer seltener, aber erfahrungsgemäß auch immer wieder in scheinbar „unkomplizierten“ Situationen möglich. Dabei gibt es zwei Problempunkte: Das Überleben bzw. die (Selbst-)Rettung in kalten Wasser und – auf größeren Touren – das Weiterpaddeln in nasser Kleidung, zumal bei Wind.

Die Faustregel lautet:

WASSERTEMPERATUR IN GRAD CELCIUS = MINUTEN ZUM ATIVEN ÜBERLEBEN

Minuten zum aktiven Überleben: d.h. die Zeit, bevor Kälte- (Schock-) Reaktionen und Unterkühlung des Körpers dich Bewegungs- und Handlungsunfähig machen, körperlich und mental. Nun paddeln wir ja durchaus im Winterhalbjahr mit mehr als T-Shirt und Badehose – Anorak, Paddeljacke, Aqua-Shell, Short-/Long John (Neoprenanzug 3mm), Neo-Anzug 3-7mm, Trockenanzug. Durch diese Kleidung, durch die eingeschlossenen Luft und den unterbundenen Wasseraustausch erhöhen wir unsere Wärmeisolierung und verlängern die Zeit der Bewegungs- und Handlungsfähigkeit. Jürgen Gerlach hat in seinem Buch „Der Kajak – Das Lehrbuch für den Kajaksport“ folgende Tabellen erarbeitet. Durchschnittliche Lebenserwartung in kaltem Wasser:

Wassertemperatur
Trockenanzug
Neoprenanzug
sonstige Kleidung
+15°Celsius
über 6 Std.
4 Std.
2 Std.
+10° Celsius
6 Std.
2 Std.
1 Std.
+5° Celsius
3 Std.
1 Std.
½ Std.
-1° Celsius
2 Std.
½ Std.
¼ Std.

Bitte Beachten: Die Aktive Rettungszeit ist deutlich kürzer!
Das sieht in der Rubrik „Sonstiges“ nicht mehr so rosig aus unter 10° Wassertemperatur!

Was kann ich tun?

  1. Angemessene Ausrüstung spätestens unter15° C:
    Neoprenanzug. Trockenanzug
  2. Solo–Paddler immer eine Sicherheitsstufe höher als Gruppenpaddler
  3. Wiedereinstiegshilfe mitführen und Rettungstechnik beherrschen (Paddelfloat, Eskimotieren)
  4. Lenzpumpe (notfalls Handlenzpumpe) betriebsbereit und schnell zugrifffähig (also nicht im Gepäckstauraum!)
  5. Bei uferfernem Paddeln (ab etwa 100m):Signalrakete, Handy (wasserdicht + zugrifffähig) etc.

So, nun sind wir schon ganz gut gewapppnet. Aber:
Sind wir – ganz konkret heute auf dieser Tour – körperlich fit? Sind wir seelisch-mental gut davor?
Gerade beim Sturz in kaltes Wasser (10°–0°) ist die mentale Seite sehr wichtig: Bin ich diesen Sturz ins Kalte gewohnt? Kenne ich meine eigenen Reaktionen in dieser Situation? Bin ich mit der Situation vertraut? Sind meine Handgriffe Routine? Und: Es gibt eine garstige und äußerst gefährliche Reaktion des Kopfes auf den Sturz in kaltes Wassser: Wenn kaltes Wasser ungünstig durch das Außenohr in den Gehörgang eindringt, kommt es zu einer massiven STÖRUNG DES GLEICHGEWICHTSSINNES mit Übelkeit ein eigenständiges im Bootsitzen oder gar Paddeln wäre unmöglich! Daher paddeln viele Winterpaddler mit Ohrpropfen oder mit Neo-Haube.

Weiter ist zu beachten: Einmal unfreiwillig Kentern ist meist kein Problem. Passiert es in kurzer Zeit (15 Min.) ein zweites Mal. ist meist die körperliche und mentale Fitness so angeschlagen, dass eine (Selbst-) Rettung und Wiedereinstieg ins Boot zur äußersten Kraftanstrengung wird – ein drittes mal in den nächsten Minuten, auch in der nächsten Stunde noch, würde in dieser Situation kaum noch Selbstrettungskräfte, körperlich und mental, bei uns vorfinden.

So gefährlich das werden kann, im praktischen Winterpaddelalltag wird auch das nicht so „heiß gegessen wie gekocht“. Die meisten von uns paddeln mindesten im Zweierteam. Die Solo–Paddler bemühen sich meiner Wahrnehmung nach um eine gute Risiko/Kräfte–Abschätzung und paddeln winters nicht 10 km vor der Küste.

Jeder kann seine persönliche Verfassung als Zu- oder Abschlag zu der obenstehenden Liste einsetzten: Bin ich eine „verhungerte Bohnenstange“ oder ordentlich gerundet mit „Speckschicht“?, Tagesform: fit / nicht so fit, Grundform: eher freizeitmäßig / eher sportlich, Rettungstechnik: bin ich trainiert, auch in kaltem Wasser?
Sitzen meine Handgriffe? Mentale Form: Neige ich in Stress-Situationen zur Ruhe oder zur Panik? Kann ich in Notsituationen zusätzliche (seelische/mentale/körperliche) Reserven mobilisieren oder lösen sich meine normalen Kräfte eher in Nichts auf? Ich persönlich halte es nicht vertretbar bei Wassertemperaturen unter 12° – auch auf breiten Flüssen wie Schwentine – nur in Regenanorak, ev. Radregenhose und saugenden Wollsachen, gerade auch den beliebten Wollsocken, zu paddeln. Angesagt und sinnvoll ist als Minimum Paddeljacke und ein langer Neoanzug (Long John) sowie Neoschuhe. Oder hast Du Lust, die ganze Paddeltour nur darauf zu achten, reinzufallen?

Viel Spaß im Winter!
Robert Süßmeier

PS: Bei Interesse können wir gerne im Winter Kenter- und Rettungsübungen unter Realbedingungen in der Ostsee machen.

Literatur: – Jürgen Gerlach „Der Kajak“ Das Lehrbuch für den Kanusport 2. erweiterte Auflage 2003 Vlg. Busse+Seewald, Herford – SAU–Ausbildungsmappe


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